6 Tipps für eine bessere Kalziumquelle als Kuhmilch?

Die gute Milch vom Bauern

Milch war zu meiner Kindheit nicht wegzudenken. Von klein strukturierten Bauernhöfen im Wohnort umgeben, hatte ich von den Eltern oft den Auftrag mit der klassischen Milchkanne die frische Milch zu besorgen. Die heutigen, hochultraerhitzten Detrapackungen haben mit Rohmilch und mit frische wenig zu tun. Und Milch war vor allem für meine Mutter günstig und vielseitig in der Küche anzuwenden. Man denke da nur an Reisauflauf, Milchreis und Kaiserschmarrn.

Die Kuhmilch in seiner edelsten Form...

Die Kuhmilch in seiner edelsten Form…

Wir Kinder hatten das Haus sehr selten ohne Kakao verlassen. Auch in der Schule wurden Milchgetränke mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen angeboten. Oftmals wenn ein Kind wegen Erkrankung ausgefallen ist, wurde es an andere Kinder verteilt. In der Schule und in der Werbung wurde seit ich denken kann der Milchkonsum als gesund gepriesen und als sehr wertvoller Eiweiss-, Vitamin- und Mineralstofflieferant empfohlen. Für viele Menschen war und ist auch heute noch klar, wie gesund der Milchkonsum für den Körper sein soll.

Gründe für einen Käsekonsum

Viele Käsesorten bieten ein reichhaltiges Angebot an Versorgung mit Vitamin B12, Zink, Selen, Vitamin K2, Vitamin A, Phosphor, Natrium und dem Riboflavin. Käse weist auch probiotische Bakterien für die Regulierung der Darmflora auf. Bei einer Laktoseintoleranz werden wegen des niedrigen Laktosegehaltes härtere Käsesorten empfohlen. Für mich als neue Erkenntnis gewonnen, werden weiche Käsesorten (Hüttenkäse, Sauerrahm, Brie, Camembert) aufgrund der kurzen Reife mit Säure hergestellt.

Verbraucherstellen in ganz Europa empfehlen den Milchkonsum in jedem Lebensalter und sprechen oft vom lebensnotwendigen Calzium für die Knochen. Weshalb haben die Niederlande mit dem höchsten Milchkonsum pro Kopf in Europa zugleich eine der höchsten Osteoporoseerkrankungen aufzuweisen?

Für wen ist die Kuhmilch eigentlich gedacht?

Die Kuhmilch ist grundsätzlich als Muttermilch für das Kalb gedacht. Die Zusammensetzung der Inhalte auf ein rasches Wachstum für das Kalb dienlich und dessen Verstoffwechselung abgestimmt. Im Grunde dient die Milch im Tierreich ausschliesslich der Aufzucht der arteigenen Nachkommen, was wohl an dieser Stelle logisch erscheint.

Der Mensch verliert im dritten Lebensjahr das Enzym Lab und kann daher mit tierischen Milchprodukten nichts anfangen. Es gibt Menschen, die bis zum hohen Alter Milchprodukte gut vertragen, andere zeigen vom ersten Tag an allergische Reaktionen. Das artfremde Eiweiss ist oft eine Hauptursache für Neurodermitis und für Allergien im Säuglingsalter.

Ich kann mich noch heute an meinen damals einjährigen Sohn erinnern. Der Kinderarzt hatte eine Milchalergie diagnostiziert und sind daher gleich mal auf die Sojaalternativen umgestiegen. Die Pickel und Flecken am Körper waren in kurzer Zeit bei meinem Sohn verschwunden. Heute kenne ich den Grund und verstehe, dass mein Sohn schon damals nicht allergisch gegen Kuhmilch war, sondern der Körper generell richtig reagiert hatte.

Supermärkte und Feinkosttheken werben für gesunde Käseprodukte und heben die Inhaltsstoffe hochwertiges Protein, Calcium, Kalium, Magnesium, Jod und verschiedene Vitamine hervor. Mit diesen Angaben liegt die Werbe-und Marketingabteilung ja auch richtig, ist alles im Käse vorhanden.

Ein Sprichwort sagt: „Käse schließt den Magen“

In der Milch, und ganz besonders im Käse, ist das Verhältnis von Phosphor zu Calcium leider sehr ungünstig. Das führt dazu, dass das Calcium in der Milch vom Körper nicht richtig aufgenommen werden kann. Bei neugeborenen ist für die Entwicklung der Phosphor sehr wichtig und sorgt über die Muttermilch für gesunde Knochen und Zähne. Die Nahrungsverwertung wird durch Phosphor unterstützt und setzt vor allem die Energie in der Zelle frei.

Alles Käse? Je mehr Wasser entzogen wird, desto härter der Käse...

Alles Käse? Je mehr Wasser entzogen wird, desto härter der Käse…

Wer meinen Blogartikel über Mineralien gelesen hat, kennt den Grund. Der Körper benötigt für eine optimale und ausgewogene Verwertung die richtigen Bausteine. Fehlt eines oder mehrere Vitalstoffe oder liegen im falschen Verhältnis vor, entzieht es dem Körper die Reserven aus den Knochen.

Bei einem Milchkonsum werden die Nebenschilddrüse angeregt, vermehrt Hormone zu produzieren. Um den Calciumspiegel im Blut konstant zu halten lösen diese Hormone das Calzium aus den Knochen. Dies würde die oben genannte Studie der Niederlande erklären, oder?

Zugegeben, Milch und Käse können den Gaumen erfreuen und schmeckt einfach lecker. Landwirte sind von der Milchproduktion abhängig, Berufskraftfahrer transportieren die Milch in flüssiger und trockener Form durch ganz Europa. Auch ich hatte schon die Ehre Milchtrockenflocken in Papiersäcken von Deutschland nach Österreich zu transportiert! Ganze Industrie und Wirtschaftszweige leben davon und würden bei einem Konsumeinbruch erstmal die Existenz vieler Menschen gefährden.

Doch seitdem ich selbst jahrelang anfällig für Krankheiten war und begonnen hatte zu recherchieren wurde ich sehr schnell fündig. Aus meinem Bekanntenkreis mit wissentlich viel Milchkonsum waren oft für Mandelerkrankungen, Halsschmerzen und grippalen Effekten anfällig. Heute kann ich diese Beobachtungen zuordnen und für mich erklären.

Von allen Nahrungsmitteln wirken Milchprodukte am stärksten Schleim bildend.

Das es dadurch zu vermehrter Anfälligkeit für Atemwegserkrankungen kommen kann ist naheliegend. Aber auch der Magen-Darmtrakt, vor allem die vielen Darmzotten werden durch Milch und Milchprodukten verschleimt. Ist auf den Darmzotten erst mal ein Schleimfilm, können nur sehr schwer weitere Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen werden.

7 Gründe gegen Milchkonsum

1. Milch zeigt hohes Allergiepotential
2. Milch ist stark schleimbildend
3. Milch ist stark säurebildend
4. Milch verursacht Prostatakrebs
5. Phosphor behindert Calciumverwertung
6. Ohne Vitamin D keine Calciumaufnahme
7. Milch überfordert das Immunsystem

Ich konsumiere als Ersatz in meiner Familie seit Jahren Hafer-, Reis- und Dinkelmilch. Sojamilch hatten wir anfangs genützt, jedoch keinen guten Erfolg. Der Soja entspricht leider nicht mehr der Ursorte und ist für den Körper sehr schwer zu verwerten. Schafs- und Ziegenmilch sind als einzige tierische Milchlieferanten zu empfehlen. Die Eiweißmoleküle in der Milch sind laut Wissenschaft 40 x kleiner und daher leichter als Kuhmilch zu verstoffwechseln.

Sofern du wirklich auf Milch und Milchprodukte verzichten möchtest, kannst du die Calziumquellen auf jeden Fall auch anders sicherstellen.

1. Nüsse und Samen sind schon sehr lange für eine Calziumreiche Nahrungsquelle bekannt. Greife regelmäßig zu Sesam, Mohn Haselnüsse und Mandeln.

2. Grüne Gemüsesorten beinhalten ebenfalls sehr viel Calzium. Geeignet sind der Grünkohl, Brokkoli, Fenchel und der Blattspinat. Brennessel haben einen sehr hohen Anteil und sind an dieser Stelle nicht zu vergessen.

3. Kräuter wie die Kresse und Petersilie sind auch im Winter leicht zu bekommen und finden in jedem LKW für unterwegs Platz.

4. Bei den Obstsorten bewähren sich die Orange, Bananen und Kiwi besonders.

5. Auch Sojabohnen und speziell der Tofu haben so einiges an Kalzium zu bieten. Sojamilch ist ausgeschlossen, außer man kauft eine mit Calzium angereicherte Sojamilch.

6. Mineralwasser mit einem Calziumgehalt von mehr als über 150 mg/l ist in jedem Kaufhaus zu beziehen.

Schnellwachsende Kresse...

Schnellwachsende Kresse…

Mein Fazit: Ich habe jahrelang Milchprodukte und vor allem Käse in den unterschiedlichen Variationen verspeist. Zu welchen Erkrankungen es geführt hat, konnte ich selbst am eigenen Körper kennenlernen. Auch heute kann ich oft der Versuchung nicht widerstehen und koste mal das eine oder andere Stück Käse. Verändert hat sich mein Ansatz, bewußter mit dem Milchkonsum umzugehen und für meine Gesundheit selbst sorgen zu wollen. Mir persönlich ist ein vitales und gesundes Leben bis ins hohe Alter wichtig.

Ich denke auch, dass es zwei Wahrheiten gibt und sowohl die Milchindustrie wie auch die Alternative Variante so seine Berechtigung und Sinn haben. Und oft liegt man in der Mitte am besten. Jedem mündigen Bürger ist bewusst dass die einseitige Ernährung krank machen kann, zugleich ist ein „Gift“ oftmals von der Menge abhängig. Es gibt Menschen die einen Milchkonsum ohne Auffälligkeiten vertragen, andere reagieren allergisch darauf.

Doch wenn ich bedenke, dass die Milch durch die Menge der unterschiedlichen Kühe gemischt wird und der Einsatz von Antibiotika bei den Tieren nicht zu vermeiden ist, verzichte ich gerne.

Welcher Typ bist Du?

Werden Milchprodukte gut vertragen?

Nimmst du Milch im LKW mit?

Im nächsten Artikel werde ich auf weitere Wissenschaftliche Studien über den Milchkonsum eingehen.

Martin

2 Kommentare zu “6 Tipps für eine bessere Kalziumquelle als Kuhmilch?

  1. Ein toller Artikel, Martin,
    leider empfehlen noch immer viele Ernährungsberater Milchprodukte, angeblich vor allem wegen des Calciums. Jedoch sind das wirklich veraltete Meinungen, genau wie die Ernährungspyramide, oder bestimmte Nährwerttabellen, in denen viele Vitaminempfehlungen oder Ähnliches oft zu niedrig angesetzt sind.
    Allerdings besagen unabhängige Studien nun mal, dass Milch krank machen kann. Vieles kann man ja allein durch logisches Denken schon für sich nachvollziehen. Milch ist Säuglingsnahrung, von der Evolution her nicht so gewollt, dass sie dauerhaft konsumiert wird und dann noch von einer anderen Art. Was noch ein wichtiger Punkt wäre, ist, dass der Calciumgehalt der Milch eher zu hoch ist und der Magnesiumanteil zu niedrig. Für den Einbau des Calciums in die Knochen, bzw. für gesunde Knochen, ist aber gerade auch Magnesium erforderlich. Daran leiden aber so gut wie alle heutzutage ohnehin schon Mangel, durch magnesiumarme Lebensmittel etc. Wie du ja auch schreibst, leiden in den Nationen wo viel Milch getrunken wird, die Menschen erst recht an Osteoporose. Das liegt daran, dass Calcium katabol wirkt, d.h es fördert abbauende Stoffwechselprozesse. Magnesium dagegen wirkt anabol und aktiviert so den Knochenaufbau. Außerdem sorgt es für Elastizität, ein elastischer Knochen kann auch nicht brechen. Natürlich spielen auch noch andere Faktoren und Stoffe, wie Vitamin D, C, K…. Eine Rolle. Liebe Grüsse, Bianka

    1. Liebe Bianka! Deine Information über Milch ist grandios. Die Information zum Verhältnis Calcium und Magnesium ist mir völlig neu und wird auch meine Leser begeistern. Leider wird dem Menschen noch immer der Milchkonsum als gesund verkauft. Aber das bei regelmäßigen Milchkonsum die Oseoporose sogar ansteigt, ist mehr als bedenklich. Vielen Dank für dein tolles Kommentar…

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