MAN TGA für Wohnraumsuchende

Als Berufskraftfahrer bin ich des Öfteren einen MAN gefahren. Lange Zeit blieb mir aber der neue MAN TGA verwehrt. Das quadratisch anmutete Würfel – Führerhaus hatte vor allem mit der ersten großen Frontscheibe am Markt ein besonderes Merkmal aufzuweisen. Auf „Herz und Niere“ testen kam es erst,  als im bestehenden Fuhrpark ein Mietfahrzeug von der Firma KLV auf Zeit angeschafft wurde. Die Wechselbrücke bekam einen Planen Aufbau und einen Tandemhänger dazu. Fertig war das MAN TGA Gespann.

Der Auftakt

Mein erstes Treffen begann mit einem kurzen Telefonat mit der Dispo. „Du fährst mit einen weißen MAN TGA von der Firma KLV. Die Ware ist bereits geladen und die Papiere im Auto. Das du ihn mir heil zurückbringst.“ Auf dem Parkplatz angekommen durfte ich meine Sachen für die Reise in Ruhe Punkern. Geht ganz schön hoch bis in die Kabine. Schuhe ausziehen und die Taschen sicher in den Fächern verstauen. Die Sicht nach außen und nach unten war beeindruckend. Da hab ich mir eine Fahrerkabine zugemutet.

Die Sonnenblende hat mich gleich mal begeistert. Wie eine Rollo wurde sie elegant auf- und abgelassen. Die wichtigsten Schalter waren gleich mal übersichtlich angeordnet. Das Radio war diesmal ungewohnt rechts auf Kniehöhe platziert. Der Tachograf als kleiner Mensch für meinen Geschmack zu hoch oben angeordnet. Interessant war auch die Lenkradverstellung. Was hab ich da zu Beginn den Schalter oder passenden Knopf gesucht.  Wenn man weiß wo, ja dann muss ich sagen eine saubere Lösung.

Die erste Generation war bereits mit einer Drehschalter Automatik ausgestattet. Der fast flache Boden war angenehm und schaffte zum Stehen reichlich Raum. Als Berufskraftfahrer gewinnt man den Eindruck, dass innen die Raumkapazität in alle Richtungen optimal ausgereizt wurde. 

 

Zumindest bis auf den Kühlschrank. Dieser hätte schon damals etwas größer ausfallen können. Der integrierte Aufstieg am Kühlschrankdeckel war auch nicht ohne. Für mich war diese Lösung um das obere Bett zu erreichen nicht geeignet. Da musste schon eher der Beifahrer für den Aufstieg herhalten. Das runterkommen aus der ersten Etage war da schon etwas gefährlich anmutend.

Das Bett war nicht schlecht

Die beiden Betten haben genug Länge und eine Breite sodass im Schaumstoff der Körper versinkend ganz entspannt schlafen und vital aufwachen konnte. Dazu hat auch damals der Lattenrost beigetragen. Waren die Vorhänge einmal geschlossen, wurde das Fahrerhaus wirklich so was wie eine kleine Wohnung.

Zu meiner Zeit waren die Materialein schon sehr gut, jedoch für meinen Geschmack am Boden zu wenig Hochwertig wirkend. Zwischen Plastik und Plastik gibt es gewaltige Unterschiede. So auch in der Verarbeitung und der Optik fürs Auge. In diesem Bereich hat sich mittlerweile viel zum positiven verändert. Am Kabinendesign haben mich damals als ehemaliger Tischler die Frontladen  gefallen. Sauber und übersichtlich konnte viel Kleinkram verstaut werden. War man am Arbeitsplatz angetreten konnte man auch als kleinwüchsiger Fahrer den Sitz und das Lenkrad obtimal anpassen und auch die Rundumsicht durch elektrisch verstellbare Außenspiegel gut sicherstellen. Gut deshalb weil die alte Generation bei jedem Regenwetter die Spiegel vollspritzte und die Sicht wesentlich beeinträchtigte. Da war mehrmals ein Lappen und trockenes Tuch für die Abhilfe nötig.

Der Motor läuft

Ist der Sechszylinder Reihenmotor erst mal zu meiner ersten Fahrt gestartet, werden die 460 PS als ruhig und sparsam wirkend wahrgenommen. Die Automatik war zu damaligen Verhältnisse optimal mit der Motordrehzahl abgestimmt. Das Anfahren war zügig geschalten und zwischen Leergewicht und später voll beladen waren klare Unterschiede im Schaltverhalten spürbar. Im Vergleich zur heutigen Generation war der Außenlook noch nicht optimal in Form gegangen. Die sehr große Stoßstange wirkte für mich wie eine eigene Konstruktion. Dieses Design hat sich zum Glück bereits verändert. Für die Funktion und Betrachter ersichtlich optimiert.

Was hat mir damals gefallen?

  1. Die Übersicht der Frontscheibe
  2. Das Bett mit Lattenrost
  3. Die Stehhöhe in der Kabine
  4. Der sparsame und leistungsstarke Motor
  5. Die Zuverlässigkeit in der täglichen Arbeit

Fazit: Der MAN TGA hatte sich damals von anderen Herstellern klar im Design und Motor herausgehoben. Die Zuverlässigkeit und das Fahrkomfort für den Berufskraftfahrer deutlich ein Zeichen gesetzt. Das Fahrverhalten und die Performance waren vor Jahren schon genial. Ich war zu diesen Zeitpunkt sehr begeistert und hatte die Räumlichkeiten für Unterwegs sehr genossen. Einen MAN TGX würde ich auf jeden Fall gerne wieder fahren. Ein TGA der ersten Stunde lag gut in der Hand und ist trotz der Raumgröße ein sportliches und elegantes Arbeitsgerät gewesen. Umso interessanter wie die Entwicklung weitergeht.

 

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