MAN TGX 640 Performance Testfahrt

MAN TGX 640 Performance

Heute ist ein spannender Tag angesagt. Ich teste eine MAN TGX Zugmaschine mit Satte 640 PS Leistung. Meine letzte Fahrt liegt mit einem MAN TGA bereits mehrere Jahre zurück. Schon damals war ich vom Fahrkomfort und einer geringeren Motorleistung des MAN D20 voll zufrieden. Und heute geht es um einen MAN TGX 640, wow…

Bis auf etwas Facelifting schaut der MAN im Straßenbild ja noch immer gleich aus. Da kann sich wohl nicht viel verändert haben, oder? Der Mehrwert muss diesmal woanders vermutet und gefunden werden. Nach der Begrüßung und kurzer Besprechung  der Testfahrt ging es auf den Hof. Ein Trailer wird noch für das ideale Achsgewicht angehängt. Gesamtlänge somit 16,50 Meter und etwas über 16 Tonnen Gesamtgewicht bin ich für die Straße startklar.

Bei dieser Zugmaschine handelt es sich um eine Sonderausstattung, versehen mit einer blauen Metalliclackierung. Der Blaue Löwe als bekanntes Logo am oberen Bett. Dezent blaue Streifen ziehen sich am Lenkrad und Cockpit fort. Mit der Aufschrift „Performance“ steht die Zugmaschine für Interessenten nur mit einer geringen Stückzahl zur Verfügung.

Edel muss es sein

Den Arbeits- und Wohnraum einnehmen und sich wohl fühlen, gelingt bei diesem MAN auf Anhieb. Beim Betreten der Kabine werden für mich schon die ersten optischen Verbesserungen erkennbar. Die Sonderausstattung hebt sich klar von der damaligen Inneneinrichtung des TGA ab. Die Materialien wirken für das Auge einfach hochwertiger und sind mit dem dezent dunkelgrauen bis schwarzen Farben wirklich edel wirkend.

Beim Starten des Motors wird meinem Ohr klar, dass es sich um eine schwerere Maschine unter der Kabine handeln muss. Der Motor schnurrt wie eine große Katze, hält die wahre Kraft dezent versteckt und gibt die Schubkraft in entscheidenden Momenten an die Antriebsachse ab. Motorengeräusche werden von der scheinbar besser gedämmten Kabine geschluckt.

Knappe 640 PS soll der Motor laut Aufschrift leisten. Diese geballte Energie würde ich so am Stand und ohne diesem Wissen nicht erwarten. Was mich echt überrascht ist die Information, dass diese 640 PS nicht nur ab einer gewissen Drehzahl, sondern bei jedem eingelegten Gang vorhanden sind. Die Triebachse bekommt daher immer den vollen Schub.

Egal ob im ersten oder letzten Gang. Diesen Schub durfte ich beim Anfahren in Erfahrung bringen. Da wird ohne Übung etwas mehr Feingefühl am Kraftstoffpetal benötigt. Hat man die geballte Kraft einmal in Erfahrung gebracht und im Kopf gespeichert, wandert nur mehr eine Freude im Gesicht.

Raum wird ausgereizt

Jetzt nochmal zur Kabine: Mir ist besonders das aufgeräumte Cockpit ins Auge gestochen, die Anzeigen sind nicht nur logisch angeordnet. Sie wurden sehr spartanisch und auf die wichtigsten Bedienungselemente minimiert. Die Beschriftungen sind auch als sporadischer Testfahrer oder als Springer selbsterklärend und vom Fahrerplatz aus jederzeit leicht erreichbar.

Die von mir getestete XXL Kabine bietet zwei breite Betten, verschließbaren Stauraum an der Frontseite über Kopf und unter dem Bett. Der Kühlschrank ist bei diesem Modell noch wie gewohnt mit der Aufstiegsnase zum oberen Bett versehen. In der neuen Fahrerkabine ist dieses Kühlschrankdetail von Grund auf überarbeitet worden. Der neue Kühlschrank kann dann bis unter das Bett geschoben werden.

Für den Fahrer bedeutet diese Neuerung in der bereits größten Fahrerkabine Europas noch mehr Wohnraum. Die Schubladenkonsolen an der Front wirken aufgeräumt und vor allem für das tägliche Kleinzeug mehr als brauchbar. Das große integrierte Navigationsgerät ist Zeitgerecht und sicherlich für die täglichen Destinationen eine Erleichterung. Straßenkarten kaufen gehören definitiv der Vergangenheit an. Das Fahrerhaus bietet für die tägliche anspruchsvolle Arbeit danach, für die Entspannung ein gewaltiges Wohnzimmer an.

Die wichtigsten Instrumente wie der Tempomat und die Radiofunktion werden generell über das serienmäßige Multifunktionslenkrad gesteuert. Das in der Mitte befindliche Display zeigte mir am Armaturenbrett die aktuell wichtigsten Daten. So zum Beispiel die Geschwindigkeit der vorausfahrenden und dauernd einscherenden KFZ.

Haben Schutzengel Flügel?

Im Vergleich zu meinen damaligen MAN TGA D20 hat man heute so etwas wie einen elektronisch erweiterten Schutzengel an Bord. Der Notbremsassistent war zu meiner Zeit kein Thema, gefällt mir aber sehr gut. Jedoch funktioniert dieser auch nur, wenn man ihn auch aktiviert und das eigene vorausschauende Fahren nicht vernachlässigt. Es handelt sich auch hier nur um Assistenten!!!

Der Bordcomputer erfüllt mittlerweile bemerkenswerte Dienste. Dieser Bordcomputer denkt während der Fahrt voraus, regelt die Geschwindigkeit, den Abstand im Straßenverkehr und steuert ein energiesparendes Verhalten. Wie zuvor von mir vermutet, bremst der LKW nicht ständig bei einscherenden Fahrzeugen ab. Der Bordcomputer beobachtet den Verkehr zuerst und vergleicht das Fahrverhalten des „Vordermannes“.

Verkehrsaufkommen wird egal?

Ist der einscherende Verkehr schneller, wird die Geschwindigkeit einfach beibehalten. Ist der Tempomat auf der Autobahn aktiviert, bleiben mir als Fahrer nur mehr ein vorausschauende Blick und das Lenken als Arbeitszeit über. Mit GPS werden im Voraus drei Kilometer  topografisch erfasst. Das bedeutet für mich als Fahrer, der MAN TGX 640 bekommt ein Eigenleben.  Ohne etwas tun zu müssen, werden die Geschwindigkeit für Schwung oder der Leerlauf für das kraftstoffsparende Fahren aktiviert. Der Tempomat übernimmt dabei das zuvor eingestellte Maximum an Geschwindigkeit. So kann das Geschwindigkeitslimit  vor allem bergab nicht überschritten werden.

Bei einem schlechten Straßenbelag verhält sich der Fahrkomfort auffällig positiv. Erwartete Geräusche oder dumpf übertragene Stöße von der Straße sind fern geblieben. Die Federung ist bei diesem Modell verbessert und optimiert worden. Die Fahrerkabine wurde auf vier Luftbalken aufgesetzt und mit einer „aktiven Wankstabilisierung“ gestützt. Eine Seitenneigung in der Kurve wird spürbar reduziert und erhöht für mich als Fahrer die Sicherheit. Auch die Antriebsachse hat gleich vier Luftbalken aufzuweisen. Diese Optimierung wirkt sich gerade auf Langstrecken auch gesundheitlich positiv aus. Die Wirbelsäule wird spürbar entlastet und lange Strecken als Berufskraftfahrer sicher vitaler erreicht.

Fazit

Meine kurze Testfahrt mit MAN TGX 640 hat mir ein wahre Fahrfreude beschert. Zwischen meinem damaligen MAN TGA und der aktuellen Generation liegen wirklich Welten. Die Weiterentwicklung konnte ich schon in dieser kurzen Testfahrt in puncto Wirtschaftlichkeit, Effizienz und Fahrkomfort in Erfahrung bringen.

Was für Berufskraftfahrer zum Teil schon tägliche Routine ist, konnte ich erst heute mit dieser Testfahrt kennen lernen. Selber Schalten und die Gänge richtig Splitten, Kraftstoff einsparen und effizientes Anfahren auf Steigungen muss nicht mehr selbst gemacht werden. Das übernimmt im MAN TGX 640 bereits die Technik und Elektronik. Der Fahrer ist dennoch weiterhin das Bindeglied und Entscheidungsträger in jeder Situation. Schutzengel müssen aber nicht unbedingt Flügel aufweisen.

Nach dieser Probefahrt kommt mir nur mehr ein Bild in den Sinn: Nimm deinen Kaffeebecher in die Hand und gleite über Europas Straßen lässig entgegen. Während du deinen perfekten Kaffee in der einen Hand genießt, arbeitet die Elektronik für dich. DU bist dennoch 100% konzentriert mit 40 Tonnen auf der Straße und es gibt nur mehr dich als Fahrer, den MAN TGX 640 und die geballte Kraft des Motors. Verschmelze mit den Elementen und fahre deine perfekte Welle mit MAN. Der Mehrwert wurde meinerseits gefunden.

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